Ornipedia

Das Lexikon der Vögel

Begriffe aus der Ornithologie, die mit dem Buchstaben "P" beginnen

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Pipras
 

Pipras (auch Schnurrvögel) sind kleine, überwiegend ungewöhnlich farbenprächtige Vögel aus der Ordnung der Sperlingsvögel. Die Angaben über die Zahl der Arten schwanken beträchtlich; leider ist es dem Verfasser nicht gelungen, eine vollständige Artenliste aufzutreiben. Er hat deshalb selbst eine Artenliste aus diversen Quellen erstellt, nach der es etwa 60 Arten in vielleicht 20 Gattungen sein könnten. Aber diese Arbeit ist noch nicht beendet . . .

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Regenwald noch weitere Pipra-Arten beherbergt, die wir noch gar nicht kennen. Insgesamt ist die Familie nicht sehr gut erforscht.

Pipra fasciicauda, Brasilien,  Uruguay

Pipras bewohnen die tropischen Wälder ganz Mittelamerikas. Vom südamerikanischen Teilkontinent besiedeln sie vor allem die Tieflandwälder im Norden. Auf den Antillen scheinen sie zu fehlen, auf Tobago - Trinidad und Tobago nehmen aufgrund ihrer Nähe zum Südamerikanischen Kontinent auch bei anderen Tierarten eine Sonderstellung ein - kann man mit viel Glück aber die Prachtpipra beobachten.

Das nebenstehende Bild zeigt angeblich einen Schwanzbinden-Pipra (Pipra fasciicauda), der z.B. in Brasilien und Uruguay vorkommt. Der Verfasser hat Zweifel an dieser Zuordnung.

Pipras ernähren sich überwiegend von Insekten und von Früchten bzw. Beeren.

Es ist ein auffälliger Geschlechtsdimorphismus festzustellen: Während die Weibchen unauffälliges Grün tragen, haben die Männchen auf meist schwärzlicher Grundfarbe grosse, sehr leuchtende an Neonfarben erinnernde Gefiederpartien.

Die im Englischen Manakins genannten Pipras sind berühmt für ihre bizarren Balztänze. Man weiss erst seit kurzem, dass die ungewöhnlichen Balzgeräusche dabei mit den Flügeln erzeugt werden.
Diese Balzrituale finden teilweise auf dem Waldboden statt, der dazu vollständig von Laub und anderen Pflanzenresten gereinigt wird. In dieser Arena - sie hat einen Durchmesser von weniger als 50 cm - versucht das Männchen die Weibchen anzulocken. Dabei wurde wohl oft beobachtet, dass mehrere solcher Tanzplätze in geringer Entfernung voneinander betrieben wurden, auf denen aber immer nur ein einzelnes Männchen tanzte.
Es gibt bei anderen Arten aber offenbar auch die Gruppenbalz, die auch im Gezweig stattfinden kann und sehr stark ritualisiert ist.

Nestbau und Jungenaufzucht werden völlig den Weibchen überlassen. Das Nest wird oft in grosser Höhe angelegt, es werden nur 1 - 2 Eier gelegt. Die Brutzeit beträgt angeblich 20 - 21 Tage, was für einen Kleinvogel aussergewöhnlich lange wäre (die Brutdauer vergleichbar grosser Vögel beträgt meistens etwa 2 Wochen plus-minus 2 Tage)

Pipras werden sehr selten in Menschenobhut gehalten. Dem Zoo Wuppertal gelang 1994 die Nachzucht der Blaubrust-Pipra (Chiroxiphia caudata) und auch im Weltvogelpark Walsrode hat der Verfasser schon Pipras gesehen.
Im Tierpark Berlin wurden schon Säbelpipras (Manacus manacus), Goldkopfpipras (Pipra erythrocephala) und Rotbauchpipras (Pipra aureola) gehalten; die letztgenannte Art auch nachgezogen.

Eine Liste aller (?) bekannten Pipra-Arten haben wir hier auf einer eigenen Seite zusammengestellt.

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