Ornipedia

Das Lexikon der Vögel

Begriffe aus der Ornithologie, die mit dem Buchstaben "W" beginnen

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Waldrapp

Der Waldrapp (Geronticus eremita) ist ein ziemlich grosser, eher kurzbeiniger Ibis von schwarzer, metallisch-glänzender Gefiederfärbung. Er hat einen langen, nach unten gebogenen Schnabel, wie er für die Ibisse typisch ist. Der kahle Kopf wird hinten durch einen auffälligen Schopf geziert.

Waldrappen im Vogelpark Marlow in Mecklenburg-Vorpommern

Die Art ist in ihrem Bestand hoch bedroht; über die letzten Kolonien Kolonien in Marokko und der Türkei gibt es widersprüchliche Meldungen. Waldrappen waren früher auch in Mitteleuropa ansässig und nicht einmal selten. Aufgrund intensiver Bejagung starben sie in Mitteleuropa aber schon vor mehreren Hundert Jahren aus.
Es gibt verschiedene hoffnungsvolle Wiederansiedelungsprojekte mit Unterstützung der EU.

Waldrappe lassen sich in Menschenobhut relativ leicht nachziehen; sehr erfolgreich bei der Vermehrung der Art ist z.B. der Vogelpark Marlow in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Vögel eine vorbildliche, von den Besuchern begehbare grosse Voliere bewohnen (s. Bild)

Wiedehopf
 

Der Wiedehopf (Upupa epops) ist ein auffälliger Vogel, der vor allem in den wärmeren Klimazonen vorkommt.

Taxonomisch wird der Wiedehopf mittlerweile als eine eigene Familie mit nur einer Art innerhalb der Ordnung der Hornvögel und Hopfe (Bucerotiformes) angesehen. Das wird allerdings nicht ganz einheitlich diskutiert; in vielen bedeutenden Standardwerken wird die Art nach wie vor in die Ordnung der Rackenvögel (Coraciiformes) gestellt und somit in eine enge Verwandtschaft zu Bienenfressern, Blauracken und mehreren anderen Arten und Familien.

Wiedehopf

Der schöne Vogel mit der charakteristischen Federholle wird oft als relativ stattlicher Vogel wahrgenommen, ist aber tatsächlich nicht viel grösser, als eine Amsel.

Der Wiedehopf ist ein reiner Insektenfresser, der gerne Grossinsekten frisst, die er oft auf dem Boden, seltener auch bei der Jagd in Bäumen erbeutet. Heuschrecken und Maulwurfsgrillen gelten als charakteristische Futtertiere.

Sein Verbreitungsgebiet ist vor allem die wärmere Klimazone Europas und der übrigen Alten Welt; in vielen Mittelmeerländern ist er nicht selten und auch häufig zu beobachten. Vor allem im Flug ist er sehr auffällig und eigentlich mit keinem anderen Vogel zu verwechseln.

Insgesamt dürfte es fast eine Million Brutpaare geben; der Bestand gilt damit als gesichert. In Deutschland ist eine auffällige Verbreitungslücke festzustellen, die wahrscheinlich auf die Habitatverluste durch die Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen ist: Mais- und Rapsfelder sind ökologisch völlig tot und bieten Insektenfressern keinerlei Überlebensmöglichkeiten.

Die Zahl der brütenden Wiedehopfe wird in Deutschland auf nur ca. 400 Paare geschätzt. Die Schwerpunkte seiner Verbreitung liegen im Südwesten und Südosten des Landes, er ist aber Brutvogel bis nach Mecklenburg-Vorpommern.
Wiedehopfe besiedeln gerne offene Landschaften mit eingestreuten Bäumen. In der letzten Zeit hat der Wiedehopf vor allem in Ostdeutschland davon profitiert, dass Truppenübungsplätze u.ä. Lebensräume durch den Menschen aufgegeben wurden und den Vögeln gute Lebensbedingungen mit einer reichen und nicht durch Pestizide vergifteten Insektenwelt bieten.

Die Art brütet in Baumhöhlen; vor allem in Südeuropa werden gerne Verstecke in alten Viehställen angenommen. Auch künstliche Nisthilfen werden problemlos besiedelt.

Wiedehopfe werden gelegentlich in Vogelparks und selten bei privaten Spezialisten gehalten und züchten dann eigentlich zuverlässig. Allerdings ist die Haltung sehr aufwendig. Auch die Beschaffung der Tiere ist nur in Ausnahmen möglich, da die Art natürlich der Artenschutzgesetzgebung unterliegt.

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